Schon in der Anfrage von Seiten der Stadt Steyr durch den Herrn Stadtarchivar Ing. Dr. Raimund Ločičnik schien sich eine interessante Aufgabe anzukündigen. Nach der ersten Besichtigung des Schwerts und des Bannstabs durch BEd Stefan Föderl-Höbenreich, FOL Martin Strolz und BEd Hansjörg Ullmann war schnell entschieden, dass die HTL-Steyr diese Arbeiten übernehmen kann.
Die Aufgabe bestand im Wesentlichen daraus, angelaufene Silberbeschläge von Oxiden zu befreien. Auch Reste von Schlämmkreide auf den Beschlägen - Spuren früherer Reinigungen- waren vorzufinden.

Die Goldschmiede- und GraveurschülerInnen des 2. und 3. Jahrgangs führten die Arbeiten während des Atelierunterrichts durch.

Das silberne, getriebene und durchbrochene Dekor der Spitze der Schwertscheide war relativ einfach zu reinigen. Dieser Teil konnte abgezogen und in einem Silbertauchbad im Ganzen gereinigt werden. Wichtig war, dass die Oberfläche durch dieses Vorgehen nicht angegriffen oder verändert wurde. Anschließend wurden mit destilliertem Wasser die Reste des Tauchbads gründlich entfernt.
Der Knauf des Schwerts besteht aus massiven Eisen und bildet das Gegengewicht zur Klinge. Auch dort konnte der durchbrochene Silberdekor zur Reinigung leicht abgenommen werden.
Ein Anlaufschutz in Form eines Lacks wurde nicht aufgebracht. Daher wird eine abermalige Reinigung zu einem späteren Zeitpunkt einfach durchzuführen sein.
Die fix montierten Silberteile auf der Scheide verlangten nach mehr Aufmerksamkeit. Die Scheide ist mit Samt überzogen und das Tauchbad könnte hier eventuell bleichend wirken. Deshalb wurde die Chemie mit Wattestäbchen aufgebracht und mit saugfähigem Papier abgetupft. Auch das Wischen mit Wasser erfolgte mit Wattestäbchen.
Diese Technik wurde auch an den Beschlägen des Schwerts angewandt. Die Parierstange des Schwerts weist fein gravierte Silberbeschläge auf, ebenso deren Bügel. Die Befestigung des gravierten Silberbeschlags auf dem Bügel erfolgte mit Nieten, deren Köpfe zu einer Fratze, Löwenköpfen und einer männlichen und weiblichen Figur geformt sind. Diese Teile scheinen vergoldet zu sein. Vergoldungen sind auch auf den zentralen Teilen des Hefts und an den Beschlägen des Bannstabs zu finden. Auf das Heft und die stählerne Parierstange sowie deren Bügel durfte kein Tauchbad kommen, hier musste sehr vorsichtig gearbeitet werden.

Das Schwert und der Bannstab wurden im Rahmen einen kleinen aber würdigen Feier wieder in der Vitrine im Festsaal des Rathauses platziert. Dazu sprachen Bgm. Gerald Hackl, der Stadtarchivar Ing. Dr. Raimund Ločičnik und von Seiten der HTL-Steyr Herr Dir. Dipl.-Ing. Dr. Franz Reithuber.