Am 15. August 2015 habe ich mit Schülern und Absolventen der HTL - Art and Design, Kunstschmiede und Metallplastik erstmals versucht Eisen in einem Rennofen zu verhüten.

Rennöfen sind bereits aus frühgeschichtlicher Zeit bekannt. Seit ca. 3000 Jahren ist die Menschheit in der Lage Eisen zu schmelzen. Rennöfen sind Schachtöfen die zwischen 50 und 220 cm hoch sind und ursprünglich aus Lehm und Stroh gefertigt wurden. Zur Armierung wurde ein Geflecht aus Weidenzweigen eingebaut. In den Anfängen wurden diese Öfen so gebaut, dass Sie durch den natürlichen Luftzug angefacht wurden. Erst ab dem 12. Jhdt. wurden Blasbälge für die Luftzufuhr verwendet.

Unser Rennofen war natürlich schon eine etwas modernere Variante. Wir verwendeten als Grundgerüst Mauerziegel die wir mit Lehm innen und außen verputzten. Für die Luftzufuhr hatten wir ein Essengebläse adaptiert.

Nachdem wir am Freitag den Ofen aufgebaut hatten musste dieser noch trocknen. Um das etwas zu beschleunigen haben wir am Abend ein Holzfeuer im Ofen entfacht.

Am Samstag war dann der große Tag und so war ich schon ab 5:30 Uhr in der Früh auf den Beinen. Es mussten noch einige Vorbereitungen getroffen werden ehe wir um  7:30 Uhr wieder das Feuer entfachten und den Ofen langsam hochfuhren. DIE REISE BEGANN!!!

Um 8:45 Uhr wurde dann die erste Charge Eisenerz eingefüllt. Von nun an wurde der Ofen ca. alle 16 Minuten mit 2 Kg Eisenerz und 3 KG Holzkohle befüllt.  

Nach 8 Stunden öffneten wir den Ofen und blickten erstmals auf die Luppe – einen schwammartigen Eisenklumpen.

Nun musste die Luppe noch verdichtet werden um auf diese Weise allmählich schmiedbares Eisen zu bekommen. Dies erfolgte zuerst mit dem Holzhammer auf einem Holzstock direkt beim Rennofen.

Anschließend wanderten wir in die Schmiede weiter.

Alles in Allem war es ein recht erfolgreicher Versuch. Insgesamt haben wir eine 26 kg schwere Luppe gewonnen. Am Ende des Tages werden ca. 5 - 6 Kg schmiedbares Eisen übrigbleiben.

Christoph Küllinger BEd
Fachpraktischer Unterricht Art and Design

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